Parité / Parität

Frau­en und Män­ner sind gleichberechtigt.

Dass ein Parité-Gesetz nach fran­zö­si­schem Vor­bild, das Frau­en – ent­spre­chend ihrem Bevöl­ke­rungs­an­teil – in glei­cher Anzahl in die Par­la­men­te bringt, wie Män­ner, der Schritt ist, den wir gehen müs­sen, um für gleich­stel­lungs­be­zo­ge­ne The­men sen­si­ble Gesetz­ge­ber zu erhal­ten und damit geschlech­ter­ge­rech­te Geset­ze zu gewähr­leis­ten, ist mitt­ler­wei­le auf der bun­des­po­li­ti­schen Agen­da angekommen.

Am 30. April 2014 wur­de unser Anlie­gen auf der Fach­ta­gung „Parité jetzt! – Mehr Frau­en in die Par­la­men­te“ im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend auf­ge­nom­men. Die­se Ver­an­stal­tung auf Bun­des­ebe­ne hät­te ohne die seit 2011 gestar­te­ten viel­fäl­ti­gen Impuls­ver­an­stal­tun­gen des Deut­schen Juris­tin­nen­bun­des, der Kom­mu­na­len Frau­en­be­auf­trag­ten im Saar­land, der Lan­des­frau­en­rä­te Saar­land, Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz, Bay­ern und Thü­rin­gen sowie ohne die Vor­trags­rei­sen u. a. von Frau Prof. Dr. Las­kow­ski als djb-Ver­tre­te­rin durch die gesam­te Bun­des­re­pu­blik zum The­ma Parité so sicher­lich nicht statt­ge­fun­den. Nicht zuletzt des­halb wur­de auf der Sei­te des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums auch ein Link zu unse­rer Online-Voting-Kam­pa­gne „Mehr Frau­en in die Par­la­men­te!“ gesetzt. Ins­be­son­de­re die von Frau Prof. Dr. Las­kow­ski erstell­ten Rechts­gut­ach­ten, die meh­re­re Lan­des­frau­en­rä­te ihren Land­ta­gen als vali­de „Gegen­gut­ach­ten“ zukom­men lie­ßen, tru­gen dazu bei, dass die Landespolitiker/innen began­nen, das The­ma Parité – ent­ge­gen den anfäng­li­chen Reak­tio­nen meist männ­li­cher Abge­ord­ne­ter und Pro­fes­so­ren – ernst zu neh­men, und auch Bundespolitiker/innen für die­ses Anlie­gen zu sensibilisieren.

Auch der Auf­ruf von Bun­des­mi­nis­te­rin Manue­la Schwe­sig zur Teil­nah­me an den EU- bzw. Kom­mu­nal­wah­len am 25. Mai 2014 hat unser Anlie­gen gestärkt: Sie rief per Video­bot­schaft dazu auf, zur Wahl zu gehen und die­se gute Gele­gen­heit zu nut­zen, um Frau­en zu einem poli­ti­schen Man­dat zu ver­hel­fen. Den etwa 40-sekün­di­gen Spot mit dem Appell „Frau­en Macht Poli­tik“ fin­den Sie unter die­sem Link.

Der­zeit scheint es also, als habe sich das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Fami­lie, Senio­ren, Frau­en und Jugend von dem nahe­lie­gen­den, aber lei­der oft über­se­he­nen Gedan­ken über­zeu­gen las­sen: Wer Geset­ze und poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen will, die die Rech­te und die tat­säch­li­che Lebens­si­tua­ti­on von Frau­en ange­mes­sen berück­sich­ti­gen, muss in einem ers­ten Schritt dafür sor­gen, dass die gesetz­ge­ben­den Orga­ne, also Kom­mu­nal-, Lan­des- und Bun­des­par­la­men­te, pari­tä­tisch mit Frau­en besetzt sind. Wenn das gelun­gen ist, wird die Bera­tung und Ver­ab­schie­dung von Geset­zen mit ange­mes­se­ner Berück­sich­ti­gung von Frau­en­in­ter­es­sen – so hof­fen wir – fast zum Selbstläufer.

Dies ist Grund genug, sich wei­ter für eine Rea­li­sie­rung unse­res Vor­ha­bens einzusetzen!