Entgelt(un)gleichheit

Equal-Pay-Day LogoEqual Pay Day:  »Viel Dienst – wenig Verdienst«

Frau­en­rat Saar­land for­dert Kampf gegen Entgelt(un)gleichheit, gegen die Lohn­sche­re in Gesundheitsberufen

Der Equal Pay Day ist der bun­des­wei­te Akti­ons­tag für glei­che Bezah­lung von Frau­en und Män­nern. Frau­en ver­die­nen nach wie vor im Schnitt rund ein Vier­tel weni­ger als Män­ner und leben am Ende von einer Ren­te, die rund 60 % nied­ri­ger ist als die ihrer männ­li­chen Kol­le­gen. Dafür gibt es drei Grün­de: Frau­en feh­len in den gut bezahl­ten Füh­rungs­eta­gen, Frau­en arbei­ten auf­grund der schlech­ter Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf häu­fig in Teil­zeit, und nicht zuletzt: soge­nann­te Frau­en­be­ru­fe sind meist schlech­ter bezahlt.

Dazu gehö­ren auch die Gesund­heits­be­ru­fe, die in die­sem Jahr exem­pla­risch im Fokus des Equal Pay Day ste­hen. Gesund­heits­be­ru­fe sind weib­lich: rund 80 % der Beschäf­tig­ten sind Frau­en. Das Ein­kom­men in die­ser Bran­che ist im Ver­gleich zu ande­ren Aus­bil­dungs­be­ru­fen mit ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on am unte­ren Ende der Gehalts­sta­tis­ti­ken zu fin­den. Und das, obwohl Heb­am­men und Kran­ken­schwes­tern, Arzt­hel­fe­rin­nen und Labor­fach­kräf­te anspruchs­vol­le Tätig­kei­ten mit gro­ßer Ver­ant­wor­tung aus­üben. Die Alten­pfle­ge­bran­che klagt bereits über Fach­kräf­te­man­gel. Kein Wun­der ange­sichts der schlech­ten Bezah­lung in einem kör­per­lich und psy­chisch extrem belas­ten­den Beruf. Und auch Ärz­tin­nen sind struk­tu­rell benach­tei­ligt durch lan­ge Arbeits­zei­ten, schlech­te Auf­stiegs­chan­cen und die oft man­geln­de Fle­xi­bi­li­tät des Arbeit­ge­bers Kran­ken­haus, der mit Kin­der­be­treu­ungs­mög­lich­kei­ten und Teil­zeit­stel­len eine deut­lich bes­se­re Ver­ein­bar­keit von Beruf und Pri­vat­le­ben ermög­li­chen könnte.

Ver­tre­te­rin­nen saar­län­di­scher Frau­en­be­rufs­ver­bän­de aus dem Gesund­heits­be­reich – Ärz­tin­nen­bund, Heb­am­men­ver­band, Frau­en­be­auf­trag­te im Kli­ni­kum Saar­brü­cken – stell­ten die hie­si­ge Situa­ti­on dar. Auch im Saar­land mit sei­ner immer noch schlech­ten weib­li­chen Erwerbs­quo­te ist die Situa­ti­on gibt es struk­tu­rel­le Benach­tei­li­gung von Frau­en in einer Bran­che, die auf gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te drin­gend ange­wie­sen ist. Der immer offen­sicht­li­che­re Ärz­te­man­gel etwa wird die Ent­wick­lung hin zu mehr Fami­li­en­freund­lich­keit des Beru­fes hof­fent­lich beför­dern. Von zen­tra­ler Bedeu­tung ist eine Ver­än­de­rung des Rol­len­bil­des der berufs­tä­ti­gen Frau und die Auf­wer­tung von soge­nann­ten Frau­en­be­ru­fen: War­um wird das Heben eines Sackes Zement z.B. immer noch höher bewer­tet als das Heben von pfle­ge­be­dürf­ti­gen Menschen?

Der Frau­en­rat Saar­land for­dert deshalb:

  • geschlech­ter­ge­rech­te Bezah­lung für Frauen,
  • Höher­be­wer­tung von Gesundheitsberufen,
  • eine deut­lich ver­bes­ser­te Familienfreundlichkeit,
  • Durch­läs­sig­keit der Hier­ar­chi­en für Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen (aktu­ell gibt es 7 % Chef­ärz­tin­nen im Saarland),
  • und pari­tä­ti­sche Gre­mi­en­be­set­zung bei Tarifverhandlungen.

Dies alles nicht nur aus Grün­den der Gerech­tig­keit und Exis­tenz­si­che­rung für die betrof­fe­nen Frau­en, letzt­end­lich sind wir alle betrof­fen, die wir im Krank­heits­fall auf ange­mes­sen bezahl­te und zufrie­de­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen (und Mit­ar­bei­ter) in Gesund­heits­be­ru­fen ange­wie­sen sind.

Wei­te­re Infos unter: 

www.equalpayday.de ; www.aerztinnenbund.de ; bpw Saar­land


»Mehr als ein klei­ner Unter­schied: Aus­füh­run­gen zum The­ma Entgelt(un)gleichheit«

Vor­trag von Bet­ti­na Altes­le­ben 2009, Lan­des­frau­en­se­kre­tä­rin DGB Saar

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