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Frauen-Leben-Freiheit- Lesung gegen Gewalt

„FRAUEN, LEBEN, FREIHEIT“

In Solidarität mit den Protesten im Iran ruft das internationale Literaturfestival Berlin gemeinsam mit internationalen Autor*innen zu einer »Weltweiten Lesung« iranischer Literatur am Samstag, den 10. Dezember 2022 auf. Diesem Aufruf folgen das Gleichstellungsbüro der Universität des Saarlandes (UdS), die Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBKsaar), das Frauenbüro der Stadt Saarbrücken, die Iranischen Bürgerinitiative SAAR sowie die ASten von UdS und HBKsaar. Gemeinsam organisieren sie eine Lesung in Saarbrücken.

Stattfinden wird diese am 10.12.2022, dem Tag der Menschenrechte, von 11:00-17:00 Uhr in der Galerie sowie der Aula der HBKsaar. Zum Lesen wie zum Zuhören sind alle Personen unabhängig von Geschlecht, Religion oder Herkunft eingeladen. Einzige Bedingung ist, dass die vorgetragene Literatur von Autor*innen stammt, die dem iranischen Regime kritisch gegenüberstehen. Um die Koordination im Vorfeld zu erleichtern, werden interessierte Leser*innen gebeten, sich über gleichstellung@uni-saarland.de anzumelden. Kurzentschlossene sind herzlich eingeladen, sich am Tag der Lesung direkt vor Ort zu melden.

 

Anlass der Lesung ist der Tod von Mahsa Amini am 16. September 2022. Die 22-jährige Iranerin verstarb infolge der schweren körperlichen Misshandlungen, die ihr im iranischen Polizeigewahrsam zugefügt worden sind. Der Tod der jungen Frau hat eine breite Protestbewegung ausgelöst, die das Land seit Wochen erschüttert. Die iranische Regierung hat auf diese Proteste bisher ausschließlich mit Gewalt und Blutvergießen reagiert. Mit der Initiative der »Weltweiten Lesung« wird ein klares und friedliches Signal an das brutale iranische Regime gesendet, dass die Gewalt im Iran nicht toleriert wird und beendet werden muss. Es ist eine klare Solidaritätsbekundung mit den iranischen Frauen, die in den letzten Jahrzehnten Opfer von Diskriminierung sowie öffentlicher und gewalttätiger Frauenfeindlichkeit geworden sind.

Informationen zu Lesung gegen Gewalt am 10.12.2022

Hintergrund:

Seit Wochen protestieren Frauen und Mädchen im Iran für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie. Der Frauenrat Saarland steht hinter den Protesten und erklärt sich solidarisch mit der iranischen Frauenrechtsbewegung. Die schrecklichen Berichte aus dem Iran über das brutale Vorgehen der iranischen Regierung gegen die Proteste erschrecken uns, berühren uns tief und machen uns wütend. Auslöser der Proteste war der gewaltsame Tod der 22-jährigen Kurdin Jina Mahsa Amini, die von der iranischen Sittenpolizei festgenommen wurde, weil sie ihr Kopftuch nicht „ordnungsgemäß“ trug. Kurze Zeit später verstarb sie an den Folgen brutaler Gewalteinwirkung.

Wir sind tief beeindruckt vom Mut und der Furchtlosigkeit der Iranerinnen, die trotz größter Gefahr für Leib und Leben unter dem Ruf „Jin, Jiyan, Azadi“ (kurdisch für „Frauen, Leben, Freiheit“) das islamische Regime stürzen wollen.

Frauen und Mädchen führen die Proteste an und haben einen revolutionären Prozess in Gang gesetzt. Sie widersetzen sich den vielen frauenverachtenden Verboten, die im Iran gelten: Sie bedecken ihre Haare nicht länger, sie singen und tanzen öffentlich und skandieren „Nieder mit der Islamischen Republik“. Längst haben sich Männer ihrem Widerstand angeschlossen und unterstützen die Bewegung, die das ganze Land über ethnische, religiöse und Klassenzuschreibungen hinweg erfasst hat.

Forderungen an die Politik und die Bundesregierung:

  • Der Frauenrat Saarland e. V.  verurteilt das Vorgehen des iranischen Regimes aufs schärfste. Er fordert die Bundesregierung auf, im Sinne ihrer feministischen Außenpolitik den mutigen Protest der iranischen Frauen für Gleichberechtigung, Freiheit und Demokratie zu unterstützen und das brutale Vorgehen des Regimes entschieden zu verurteilen.
  • Deutschland muss sich weiter für die Entlassung der Inhaftierten und zum Tode verurteilten Demonstrantinnen und Demonstranten einsetzen.
  • Humanitäre Visa für Menschen, die jetzt aus dem Iran fliehen müssen, müssen schnell und unbürokratisch ausgestellt werden.
  • Im Inland müssen Schutzmaßnahmen für gefährdete Exil-Iranerinnen durch deutsche Sicherheitsbehörden sichergestellt werden.
  • Exil-Iranerinnen mit unsicherem Aufenthaltsstatus sollten sichere Aufenthaltstitel erhalten, um die Unterstützung der feministischen Proteste auch aus Deutschland zu ermöglichen.
  • Auf EU-Ebene sollte sich die Bundesregierung weiter dafür stark machen, dass die Revolutionsgarden auf die Terrorliste gesetzt werden. Die EU sollte sich geschlossen für einen Aufklärungsmechanismus des UN-Menschenrechtsrats zur Situation im Iran einsetzen.
  • Der Frauenrat Saarland erinnert die Bundesregierung an ihre machtvolle Position als wichtigster Handelspartner des Iran in der EU. Deutschland muss aktiv entgegenwirken, dass das Regime hierzulande Netzwerke nutzt, um die eigene Macht zu festigen.

Gehen Sie zu den Protestaktionen und setzen Sie ein Zeichen für Ihre Solidarität mit den Frauen und Mädchen im Iran!