Mehr Frauen in die Parlamente

Mehr Frau­en in die Parlamente

Ergeb­nis­se der Online-Peti­ti­on 2014 »Mehr Frau­en in die Parlamente«

Lie­be Unter­stüt­zer und Unter­stüt­ze­rin­nen unse­rer Petition,
unse­re Zeich­nungs­frist ist abge­lau­fen und die saar­län­di­schen Kom­mu­nal­wahl­er­geb­nis­se lie­gen mitt­ler­wei­le vor. Die Ergeb­nis­se der Online-Peti­ti­on „Mehr Frau­en in die Par­la­men­te!“ möch­ten wir Ihnen im Fol­gen­den vor­stel­len: Bun­des­weit haben ins­ge­samt 1.304 Frau­en und Män­ner das Anlie­gen, mehr Frau­en in die Par­la­men­te zu brin­gen und damit eine pari­tä­ti­sche Beset­zung der Kom­mu­nal­ver­tre­tun­gen zu errei­chen, unter­stützt. Saar­land­weit stimm­ten immer­hin 835 Frau­en und Män­ner für ein Paritégesetz.

Vie­len Dank dafür an alle Unter­stüt­zer und Unter­stüt­ze­rin­nen unse­rer Kampagne!

Rüh­ren an unre­flek­tier­ten Privilegien

Dass unse­re Online-Peti­ti­on, obwohl sie ein spe­zi­el­les und nicht auf den ers­ten Blick leicht ver­ständ­li­ches The­ma behan­delt, auf Anhieb über 1.300 Unter­stüt­ze­rin­nen gefun­den hat, freut uns sehr.
Dass wir damit frei­lich an ver­krus­te­ten Struk­tu­ren und Pri­vi­le­gi­en rüt­tel­ten und des­halb auch auf erheb­li­che Wider­stän­de stie­ßen, zeig­ten indes die wöchent­lich zu ent­fer­nen­den het­ze­ri­schen und belei­di­gen­den Kom­men­ta­re von Per­so­nen, die offen­bar Angst um das Fort­be­stehen der aktu­ell noch so bequem zemen­tier­ten männ­li­chen Vor­herr­schaft in den Par­la­men­ten haben. Unter dem Mot­to „Viel Feind – viel Ehr´“ kann dies nur dazu anspor­nen, unse­re Bestre­bun­gen zu vertiefen.

Gesprä­che mit saar­län­di­schen Poli­ti­ke­rin­nen und Politiken

Nach der Durch­füh­rung zwei­er Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen zum The­ma „Mehr Frau­en in die Par­la­men­te – ein Parité­ge­setz für das Saar­land“ unter Vor­stel­lung des fran­zö­si­schen Vor­bilds im Herbst 2012 und 2013 haben wir Gesprä­che mit Poli­ti­ke­rin­nen und Poli­ti­kern geführt.
Die frau­en­po­li­ti­schen Spre­che­rin­nen der Frak­tio­nen SPD, Grü­ne und Lin­ke spra­chen sich für ein Parité-Gesetz aus und woll­ten in ihren jewei­li­gen Frak­tio­nen dafür wer­ben, sei­tens der CDU wur­de – obwohl Frau Minis­ter­prä­si­den­tin Kramp-Kar­ren­bau­er und Herr Frau­en­mi­nis­ter Storm in einem per­sön­li­chen Gespräch grund­sätz­li­che Unter­stüt­zung zuge­sagt hat­ten – ein „Viel­leicht ja, aber jeden­falls spä­ter!“ signalisiert.
Beglei­ten­de Bericht­erstat­tun­gen in den loka­len Medi­en haben aber immer­hin dazu geführt, dass das The­ma Parité-Gesetz heu­te in wei­ten Bevöl­ke­rungs­krei­sen kei­ne gro­ße Unbe­kann­te mehr ist.

Das ist aber nur ein ers­ter Schritt, dem vie­le wei­te­re fol­gen müssen.

So beab­sich­ti­gen wir, zunächst ein Anschrei­ben an die Saar­län­di­sche Lan­des­re­gie­rung zu rich­ten, in dem wir eine Reak­ti­on auf die 1.304 Stim­men ein­for­dern werden.

Ergeb­nis­se der Kom­mu­nal­wah­len 2014

Dass sich der Frau­en­rat Saar­land, der Deut­sche Juris­tin­nen­bund, Lan­des­ver­band Saar­land und die Kom­mu­na­len Frau­en­be­auf­trag­ten in ihrer Kam­pa­gne dafür aus­ge­spro­chen haben, dass die Par­tei­en mehr Frau­en auf ihren Wahl­lis­ten für die Kom­mu­nal­wahl auf­stel­len, damit der extrem nied­ri­ge Frau­en­an­teil von nur 21 Pro­zent im Saar­land ver­bes­sert wird, hat­te gewis­se kom­mu­nal­po­li­ti­sche Erfolge:

Saar­brü­cken

So hat die Saar­brü­cker Frau­en­be­auf­trag­te Petra Mes­sin­ger am Tag nach der Kom­mu­nal­wahl im Saar­land den Frau­en­an­teil im neu­ge­wähl­ten Stadt­rat der saar­län­di­schen Lan­des­haupt­stadt aus­ge­wer­tet. „Ich freue mich, dass wir nun 38 Pro­zent Frau­en im Saar­brü­cker Stadt­rat haben“, sagt Mes­sin­ger und wei­ter: „Damit sind 3 Pro­zent mehr Frau­en im neu­en Stadt­rat, dies ist zwar nur ein leich­ter Zuwachs, aber immer­hin“.
Nach Köp­fen ver­tre­ten 24 Frau­en und 39 Män­ner die Inter­es­sen der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Stadt­rat. Die posi­ti­ve Ent­wick­lung müs­se auf jeden Fall wei­ter­ge­hen und alle Par­tei­en, die Frau­en stief­müt­ter­lich behan­deln, soll­ten von den ande­ren ler­nen. Saar­brü­cken sei als ein­zi­ge Groß­stadt des Saar­lan­des Vor­rei­te­rin, wäh­rend in vie­len ande­ren saar­län­di­schen Kom­mu­nen der Frau­en­an­teil sehr viel gerin­ger aus­fie­le. Spit­zen­rei­te­rin in Saar­brü­cken sei die rot-rot-grü­ne Koali­ti­on. Bünd­nis 90/Die Grü­nen habe einen Frau­en­an­teil von 57 Pro­zent, Die Lin­ken 50 Pro­zent und die SPD 45 Pro­zent, was sehr erfreu­lich sei. Etwas abge­schla­gen folg­ten die AfD mit 33 Pro­zent und die CDU mit 32 Pro­zent. Eini­ge Par­tei­en hät­ten aller­dings deut­li­chen Nach­hol­be­darf. So sei­en die FDP-Frak­ti­on und die Pira­ten-Frak­ti­on in Zukunft mit kei­ner Frau im Saar­brü­cker Stadt­rat vertreten.

Saar­land insgesamt

Laut aktu­el­ler Aus­wer­tung der Ergeb­nis­se der Kom­mu­nal­wah­len vom Mai 2014 im Saar­land liegt nun der Frau­en­an­teil aller Orts-, Gemein­de- und Stadt­rä­te sowie der Land­kreis­ta­ge bei 23,1 Pro­zent. Es ist gegen­über der vor­he­ri­gen Legis­la­tur ein Zuwachs von 1,7 Pro­zent­punk­ten zu ver­zeich­nen. Dies ist unse­res Erach­tens nur ein Mini­ma­ler­folg und kann so nicht hin­ge­nom­men wer­den. Wei­ter­hin sind viel zu wenig Frau­en in den saar­län­di­schen Parlamenten.

Akti­ons­bünd­nis Parité in den Parlamenten

Die nächs­te Kam­pa­gne, die das Anlie­gen pari­tä­tisch besetz­ter Par­la­men­te recht­lich ver­fol­gen soll, hat bereits begon­nen und war­tet auf Ihre Unter­stüt­zung: Das „Akti­ons­bünd­nis Parité in den Par­la­men­ten“ hat am 10. März 2014 beschlos­sen, Popu­lark­la­ge beim Baye­ri­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hof zu erheben!
Prof. Dr. Sil­ke Las­kow­ski ist bereit, als Anwäl­tin die­je­ni­gen Frau­en, die kla­gen wol­len, zu ver­tre­ten. Auch in der Poli­tik, Wirt­schaft und Gesell­schaft pro­mi­nen­te Frau­en und Män­ner sind will­kom­men. Um die Kla­ge öffent­lich­keits­wirk­sam zu erhe­ben, braucht der Ver­ein für Frau­en­in­ter­es­sen e.V. mög­lichst vie­le Klä­ger und Klä­ge­rin­nen! Soll­ten Sie kla­gen wol­len, set­zen Sie sich bit­te mit dem Ver­ein für Frau­en­in­ter­es­sen in Ver­bin­dung; dort lie­gen Voll­mach­ten bereit.
Die Ver­tre­tung der Klä­ge­rin­nen vor dem Baye­ri­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hof kos­tet €10.000,00. Der Ver­ein für Frau­en­in­ter­es­sen sam­melt auf dem eigens ein­ge­rich­te­ten Kon­to IBAN DE 14 7015 0000 1003 263157 BIC SSKMDEMM Spen­den, um die Kos­ten zu finan­zie­ren. Frau­en, die selbst nicht kla­gen kön­nen (etwa, weil sie nicht in Bay­ern leben), aber das Akti­ons­bünd­nis unter­stüt­zen möch­ten, kön­nen ger­ne das Akti­ons­bünd­nis durch eine Spen­de unter­stüt­zen. Es sind Spen­den in jeder Höhe willkommen!
Die Geschäfts­füh­rung hat der Ver­ein für Frau­en­in­ter­es­sen e.V.. Der Ver­ein ist gemein­nüt­zig und kann Spen­den­be­schei­ni­gun­gen ertei­len. Soll­ten die ein­ge­gan­ge­nen Spen­den die Kos­ten der Kla­ge über­stei­gen, ver­blei­ben die­se dem Ver­ein, um sei­ne frau­en­po­li­ti­schen Akti­vi­tä­ten zu finanzieren.
Es ist Zeit, dem per­ma­nen­ten Ver­fas­sungs­bruch ein Ende zu set­zen! Wir sind bereit zu han­deln und hof­fen, dass Sie uns unterstützen.