Ber­li­ner Erklä­rung 2017

Gemein­sa­me For­de­run­gen von 16 Frau­en­ver­bän­den an die Par­tei­en zur Bun­des­tags­wahl 2017

Mit einem Kata­log von For­de­run­gen wen­den sich mehr als 12,5 Mil­lio­nen Frau­en aus 16 Frau­en­ver­bän­den in der Ber­li­ner Erklä­rung 2017 an die Par­tei­en zur Bun­des­tags­wahl. Im Mit­tel­punkt der For­de­run­gen steht das Ziel einer gleich­be­rech­tig­ten Teil­ha­be von Frau­en. Es geht außer­dem um Ent­gelt­gleich­heit und dar­um, die Gleich­stel­lungs­po­li­tik ver­bind­lich umzu­set­zen, sie trans­pa­rent zu gestal­ten und die Ent­wick­lung regel­mä­ßig zu prü­fen.

Die Unter­zeich­ne­rin­nen for­dern, dass Poli­tik, Wirt­schaft und Gesell­schaft in der kom­men­den Legis­la­tur­pe­ri­ode wei­te­re Schrit­te in Rich­tung Gleich­stel­lung unter­neh­men. Es müs­sen schnell neue Mei­len­stei­ne mit kla­ren Vor­ga­ben defi­niert und erreicht wer­den, heißt es in der Erklä­rung der Ver­bän­de. Denn nach 100 Jah­ren Frau­en­wahl­recht, 70 Jah­ren Grund­ge­setz und 25 Jah­ren akti­vem Gleich­stel­lungs­auf­trag als Ergän­zung des Arti­kels 3, Abs. 2 Grund­ge­setz haben Frau­en in Deutsch­land lan­ge genug gewar­tet und Kom­pro­mis­se gemacht.

Im Ein­zel­nen for­dern die Ver­bän­de eine pari­tä­ti­sche Teil­ha­be nicht nur in den Auf­sichts­rä­ten und in den Füh­rungs­ebe­nen der Pri­vat­wirt­schaft, son­dern auch in der Poli­tik sowie in den Auf­sichts-, Bera­tungs- und Ver­ga­be­gre­mi­en bei Medi­en, Kul­tur, Medi­zin und Wis­sen­schaft. Um glei­che Bezah­lung im Job zu errei­chen, ist das neue Gesetz für Ent­gelt­trans­pa­renz ein ers­ter Schritt, um geschlech­ter­spe­zi­fi­sche Unter­schie­de bei den Ein­kom­men zu stop­pen. Wei­te­re gesetz­li­che Rege­lun­gen und ziel­füh­ren­de Maß­nah­men wie trans­pa­ren­te, umfas­sen­de Prüf­ver­fah­ren zur geschlech­ter­dif­fe­ren­zier­ten Ent­gelt­ana­ly­se in allen Betrie­ben mit Betriebs­rats­pflicht und Abschaf­fung des Ehe­gat­ten­split­tings in sei­ner jet­zi­gen Form sind aber not­wen­dig. Außer­dem braucht Gleich­stel­lungs­po­li­tik Ver­bind­lich­keit, Trans­pa­renz und die Kon­trol­le des Erreich­ten. Nur dann kann sie gemäß § 2 der Gemein­sa­men Geschäfts­ord­nung der Bun­des­mi­nis­te­ri­en als „durch­gän­gi­ges Leit­prin­zip“ erfolg­reich sein.

Der For­de­rungs­ka­ta­log wird von Spit­zen­ver­tre­te­rin­nen des Bünd­nis­ses Ber­li­ner Erklä­rung 2017 in einer gemein­sa­men Akti­on am 31. Mai und 1. Juni 2017 fol­gen­den Reprä­sen­tan­tin­nen und Reprä­sen­tan­ten der zur Bun­des­tags­wahl antre­ten­den demo­kra­ti­schen Par­tei­en über­ge­ben:

Mar­tin Schulz (SPD)
Kat­rin Göring-Eckardt (Bündnis90/Die Grü­nen)
Dr. Diet­mar Bartsch (Die Lin­ke)
Kat­ja Suding (Ver­tre­tung Chris­ti­an Lind­ner, FDP)
Joa­chim Herr­mann (CSU)
Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU)